| Chorreisen 1999 - Friedenskirchenchor auf Tournee in Ägypten 2003 - Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident |
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Friedenskirchenchor auf Tournee in Ägypten
Eingeladen hatten den Chor das Goethe-lnstitut nach Alexandria, die Koptisch Evangelischen in die Kairoer Kathedrale Kasr Al Dobara und Pfarrer Steinbrecher in die Deutsche Evangelische Gemeinde von Kairo und nicht zuletzt die Koptisch Orthodoxen in das in der Wüste liegende Kloster Samuel. Höhepunkt waren am ersten Tage die Pyramiden von Gizeh, die immer noch von dem gerade wieder einmal restaurierten Sphinx bewacht werden. Nach der Besichtigung und folgendem arabischen Mittagsmahl war es dann auch schon Zeit zur Fahrt nach Alexandria, dort sollte der Chor anläßlich des Goethe-Jahres im Goethe-lnstitut ein Konzert geben. Erwartungsvoll die Gesichter der Schüler und Lehrer. Schwester Carola Barl von der Schule der Borromäerinnen und Institut-Leiterin Frau Mai EI Dadiri hatten das Konzert organisiert, um ihren Schülern und Studenten Chormusik mit Goethe- Texten näherzubringen. Dass das ihnen voll gelungen war, ließ der Applaus zum Schluss erkennen. Beim anschliessenden Buffet konnten die Studiosi in Gesprächen mit den Chormitgliedern ihre Deutschkenntnisse vertiefen. Am folgenden Tag erklang in der Koptisch Evangelischen Kirche in Kairo vor vielen hundert Gottesdienstbesuchern die "Deutsche Messe" von Schubert. Zu Beginn recht ungewöhnlich -erklang von einem Konzertflügel der dort die Orgel ersetzt, die "Deutsche Nationalhymne". Dr. Khades, der Leiter der Synode in Ägypten, hatte den Besuch organisiert und versicherte, daß der Chorgesang großen Eindruck hinterlassenhabe. Eine Offenbarung war der anschliessende Besuch im "Ägyptischen Museum" unter Führung der Herren Rushdi und Farid von "spring tours". Beide haben Germanistik und Ägypthologie studiert und beherrschen die deutsche Sprache nahezu perfekt. Man brauchte Tage, um sich an all den sagenhaften Schätzen, insbesondere aus dem Grab des Tutench-Amun satt zusehen. Am Abend des Reformationstages gestaltete der Chor in der Deutschen Evangelischen Kirche den Gottesdienst. Die Gläubigen waren sichtlich ergriffen von dem Chorgesang, und beim anschließenden kalten Buffet nahmen viele die Gelegenheit war und bedankten sich persönlich bei den Sängerinnen und Sängern und der Dirigentin Lina Weilert. Am nächsten Tage fuhren die Troisdorfer zur Verblüffung aller unter Mititärbegleitung zum Kopten-Kloster Samuel. Nach den blutigen Anschlägen islamischer Extremisten Ende 1997 war der für Ägypten lebensnotwendige Tourismus fast völlig zum Erliegen gekommen, und die Verantwortlichen wollen verhindern, dass so etwas nochmals geschieht. Nach der Besichtigung des Klosters bedankte sich der Chor bei Bischof Basilios und seinen Brüdern die das Geschehen per Filmkamera festhielten mit dem Chorsatz von Lehmacher "Gottes ist der Orient, Gottes ist der Oxident" für die erwiesene Gastfreundschaft. Zurück in Kairo, hielt der Bus am berühmten Basar Khalil. Mutig tauchten alle in dem Gewühl unter, doch da die Zeit drängte, konnte leider nur ein kleiner Teil "erschnuppert" werden. Das Gegenteil von Kairos Hektik und Luftverschmutzung erlebten die Reisenden auf dem Sinai: Eine extrem karge Landschaft aus Buntsandsteinbergen, rötlichen Granitadern, tief eingeschnittenen Schluchten, endlosem Geröll und Sand. Doch auf dem lebensfeindlichen Sinai gibt es Attraktionen, vor allem die alttestamentarischen Stätten beim KatharinenKloster. Unweit von der Stelle, wo einst der Dornbusch brannte - heute wird er von einem Eisengitter geschützt - hat sich eine touristische Infrastruktur entwickelt. Jede Nacht erlebt die Gegend das gleiche Schauspiel. Gegen halb drei karren die Busse ihre schlaftrunkenen Gäste zum "Berg Moses"" dort beginnt bei völliger Finsternis der Aufstieg auf den 2285m hohen Berg, wo Moses die Gesetzestafeln entgegennahm. Im Scheine ihrer Taschenlampen, durch Staub und Geröll, stolpern die Menschernnassen nach oben. Wem das zu beschwerlich ist, der kann für 70 Ägyptische Pfund auf einem Dromedar bis unterhalb des Gipfels und zurückreiten. Oben angekommen, erwartet den Pilger eine kleine Kapelle und ein grandioser Sonnenaufgang. Ein Wüstenerlebnis der besonderen Art wurde den Reisenden bei dem Besuch des "Coloured Canyon" geboten. Abgesehen von den Beulen, die einige in den Jeeps dank der Rallyefahrt der ägyptischen Schummis mitbekamen, hat die Klettertour mit Höhlen-Durchrutschen im Canyon und einer imposanten Gebirgswelt mehr als versöhnt. Wer im "Ägyptens Nationalpark Ras Muhammad" nach grünen Landschaften sucht, wird diese schwerlich finden. Um fündig zu werden, muß man ins Wasser steigen, den Kopf mit einer Tauchermaske versehen, und unter den Wasserspiegel halten. Dann tut sich eine Wunderwelt an Korallenriffen und bunten Fischen auf, die in Europa nicht ihresgleichen hat. |